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Gemeinde · Geschichte

Seit 1349 — eine Heimat im Wandel Geschichte

Von der ersten urkundlichen Erwähnung als „Heinchin" über die Welt­ausstellung in Paris bis zur heutigen Gemeinde aus drei Orten — fast sieben Jahrhunderte erzgebirgisches Leben, Handwerk und Zusammenhalt.

Handwerk

Holz, Hände, Welt

Von einem einzelnen Löffelmacher 1579 bis zu 1 000 Hausindustriellen um 1900 — Grünhainichen ist die wahrscheinliche Wiege der erzgebirgischen Holzwarenherstellung. Tischler, Kästelmacher, Geigen- und Trommelmacher schickten ihre Waren nach Leipzig, Frankfurt und Dresden, später in die ganze Welt.

Eingemeindung

Drei Orte, ein Wappen

Was heute selbstverständlich wirkt, ist erst seit 2015 vollständig: 2009 schlossen sich Grünhainichen und Waldkirchen zusammen, 2015 kam Borstendorf dazu. Jeder Ortsteil bringt sein eigenes Wappen, seine eigene Kirche und seine eigene Geschichte mit.

Persönlichkeit

Grete Wendt

Holzbildhauerin, Gestalterin, Pionierin. Ihre Engel und Krippenfiguren machten Grünhainichen 1937 mit einem Grand Prix und einer Goldmedaille auf der Weltausstellung Paris international berühmt. Ihre Formensprache prägt das Erzgebirge bis heute.

Zeitstrahl

21 Stationen aus fast 700 Jahren Gemeindegeschichte

  1. Mittelalter
    1349

    Erste urkundliche Erwähnung

    Grünhainichen taucht als „Heinchin" im Lehnbuch Friedrich III. des Strengen auf.

  2. Reformation
    1539

    Parochie Waldkirchen

    Mit der Reformation wird der Ort zur Parochie Waldkirchen — Amtsdorf des Amtes Augustusburg.

  3. 1579

    Wiege der Holzkunst

    Löffelmacher Hanse Oehmen wird dokumentiert — wahrscheinlich der älteste Nachweis von Holzwarenherstellung im gesamten Erzgebirge.

  4. 1650

    Handwerk wird Welt-Geschäft

    Tischler, Kästel-, Geigen- und Trommelmacher fertigen in Grünhainichen. Eine Spanziehmühle entsteht. Die Waren gehen auf die Messen in Frankfurt, Leipzig und Dresden.

  5. Aufbruch
    1750

    Steinerne Brücke über die Flöha

    Die alte Furt wird durch eine massive Brücke ersetzt — Lebensader für Handel und Verkehr ins Tal.

  6. 1787

    Erste Schule, erster Arzt

    Das erste Schulgebäude wird errichtet, gleichzeitig nimmt der erste Arzt seine Tätigkeit auf.

  7. 1848

    Eigenständige Parochie

    Grünhainichen wird selbstständige Kirchgemeinde, Borstendorf zur Filialkirche.

  8. 1850

    Kirche eingeweiht

    Am 14. Oktober wird die Grünhainichener Kirche feierlich eingeweiht.

  9. Industrielles Zeitalter
    1875

    Anschluss an die Welt

    Am 24. Mai erreicht die Eisenbahn Grünhainichen. Im selben Jahr wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

  10. 1879

    Spielwaren- und Gewerbeschule

    Die Staatliche Spielwaren- und Gewerbeschule entsteht — sie prägt Generationen erzgebirgischer Holzkünstler.

  11. 1881

    Papierfabrik Siegel & Haase

    Beginn der industriellen Papierproduktion am Ort.

  12. 1888

    Wagner-Stiftung

    Oswald Wagner gründet eine Stiftung für Menschen in Not — eine bis heute spürbare Geste des Bürgersinns.

  13. 1900

    Sieben Manufakturen, tausend Hände

    Sieben Spielwarenbetriebe und über 1 000 Hausindustrielle leben in Grünhainichen vom Holz — das Dorf wird zur internationalen Adresse für erzgebirgisches Spielzeug.

  14. 1907

    Das Rathaus entsteht

    Sichtbares Zeichen wachsender Bedeutung: das Rathaus an der Hauptstraße.

  15. 1926

    Freibad

    In Borstendorf entsteht das Freibad — bis heute ein Sommer-Wahrzeichen.

  16. 1937

    Grete Wendt in Paris

    Grete Wendt erhält für ihre Figuren auf der Weltausstellung Paris den Grand Prix und die Goldmedaille — der internationale Ritterschlag für das Grünhainichener Kunsthandwerk.

  17. Nachkriegszeit & DDR
    1954

    Schließung der Fachschule

    Die Spielwarenfachschule wird geschlossen — eine Zäsur für die Ausbildung im Holzkunsthandwerk.

  18. 1979

    Die Spieldose wird aktiviert

    Die Freilandspieldose mit den Weihnachtsfiguren nimmt ihren Betrieb auf — heute eines der Wahrzeichen des Ortes.

  19. Drei Orte, eine Gemeinde
    1994

    Verwaltungsverband „Wildenstein"

    Grünhainichen wird Mitglied des Verwaltungsverbandes Wildenstein.

  20. 2009

    Fusion mit Waldkirchen

    Am 1. März schließen sich Grünhainichen und Waldkirchen zu einer Gemeinde zusammen.

  21. 2015

    Borstendorf kommt dazu

    Am 1. Januar wird auch Borstendorf eingegliedert — die heutige Gemeinde Grünhainichen mit drei Ortsteilen ist vollständig.